85 Jahre Rhönradturnen in der TGW

- Die wichtigsten Etappen der Abteilungsgeschichte -

2013

Das Deutsche Turnfest lockt die Rhönradturner in die Metropolregion Rhein-Neckar. Doch der Höhepunkt des Jahres für die Rhönradturner der TGW steht erst im Herbst an: Die Rhönradabteilung feiert ihr 85-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass holen die Verantwortlichen der TGW den Deutschland-Cup, den wichtigsten Landesklassenwettkampf, sowie die Deutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaften an den Main. Wir freuen uns auf hochklassige Wettkämpfe und ein Wiedersehen mit vielen ehemaligen und aktiven Rhönradturnern.

2012

Das bisher erfolgreichste Jahr für die junge Leistungsriege der TGW: Carina Weisenberger, Sarah Dörfler und Laura Specht schaffen die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften in der Jugendklasse. In der Schülerklasse geling dieses Kunststück Kathrin Dörfler in ihrem ersten Jahr. Und mit Dina Kleinwächter und Linda Sichel rücken zwei weitere Aktive in die Meisterschaftsklasse auf.

2011

Wieder gibt es Veränderungen im Wertungssystem: Der Schwierigkeitswert der Kürfolgen in der Aktivenklasse und auch in der Jugendklasse ist seit den Weltmeisterschaften 2011 in Arnsberg nach oben offen. Dadurch wird der Abstand zwischen den Wettkampfteilnehmern noch größer: Alleine durch den Schwierigkeitswert entstehen so Punkteabstände von 2 Punkten und mehr. Der Vorsprung der Wettkämpfer der Topvereine (Taunusstein und Leverkusen) auf den „Rest der Rhönradfamilie“ vergrößert sich. Nur wer mindestens 4-mal pro Woche intensiv trainiert, kann den Anschluss halten. Das Bayerische Landesturnfest ist der Höhepunkt des Wettkampfjahres. Dominique Walz stellt sich der neuen Herausforderung und startet in der L10, wo sie den 3. Platz erreicht und mit Sarah Dörfler kommt endlich wieder eine Bayerische Schülermeistern aus der TGW. Sie und Carina Weisenberger qualifizieren auch sich für die Deutschen Schüler- und Jugendmeisterschaften.

2009/2010

Eine neue hoffnungsvolle Leistungsgruppe ist im Entstehen: Carina Weisenberger, Sarah Dörfler, Laura Specht, Elora Hofmann und Sophia Weippert schaffen den Sprung in die Meisterschaftsklasse bei den Schülern. Beim Deutschen Turnfest in Frankfurt nehmen sie am Pokalwettkampf teil und 2010 gelingt Carina sogar die Qualifikation zu den Deutschen Schülermeisterschaften in Straußberg. Auch in der Aktivenklasse hat die TGW Anschluss an die Deutsche Spitze: Dominique Walz qualifiziert sich für die Deutschen Meisterschaften 2009 und das, obwohl ihr die Disziplin Sprung ganz und gar nicht liegt.

2008

Die Rhönradabteilung der TGW wird 80 Jahre alt. Und natürlich hatte die Vereinsleitung geplant, eine Top-Veranstaltung an den Main zu holen: Der World-Team-Cup, der vor acht Jahren aus dem damaligen „Ersten internationalen Teamcup“ entstanden war, soll den Rahmen bieten, um das Abteilungsjubiläum zu begehen. Doch aus organisatorischen Gründen (der zweite Ausrichter, der gemeinsam mit der TGW den an zwei Orten und zwei Tagen geplanten Wettkampf austragen sollte, hatte sich kurzfristig zurückgezogen) muss diese Veranstaltung ausfallen. Wichtige Entscheidungen fallen auf nationaler Ebene im Wettkampfprogramm: Der Sprung über das Rhönrad für die Frauen (zunächst in der L10, und im Folgejahr auch in der Jugend- und Schülerklasse eingeführt) gehört nun zum offiziellen Wettkampfprogramm, während die Pflicht in der Aktiven- und Jugendklasse völlig wegfällt. Der internationale Druck war so stark geworden, dass der DTB sich den neuen Gegebenheiten anpassen musste. Wie schon bei der Einführung des Geradeturnens auf Musik bildet sich durch diese Entscheidung ein neuer Typ von Wettkampfturnerin heraus: Jetzt ist mehr denn je Schnellkraft und Schnelligkeit gefragt. Für einige Aktive „vom alten Schlag“ bedeutet das natürlich das Karriereende.

2006/2007

Jugendarbeit bedeutet, für einen steten Neuanfang bereit zu sein. Nach dem erfolgreichen Vorjahr löst sich die so hoffnungsvolle Jugendgruppe auf: Berufliche und private Verpflichtungen lassen sich mit Leistungssport nicht mehr vereinbaren. Die Trainingsarbeit muss wieder bei null anfangen. Einziger „Fixpunkt“: Dominique Walz schafft den Durchbruch und wird in beiden Jahren Bayerische Meisterin und erreicht jeweils den dritten Platz bei den Süddeutschen Meisterschaften. Nur auf nationaler Ebene gelingt ihr der große Erfolg noch nicht. Ein weiterer Lichtblick: Marie-Aline Malitzki qualifiziert sich im Februar 2007 für die Weltmeisterschaften in Salzburg, bei denen sie allerdings für Frankreich an den Start geht und leider unglücklich schon im Vorkampf ausscheidet.

2005

Ein Wahnsinnsjahr für die TGW-Rhönradturner: Zwischen Februar und April dieses Jahres qualifiziert sich Isabell Gramß für die Jugendnationalmannschaft, wird Bayerische Jugendmeisterin und Süddeutsche Vizejugendmeisterin. Im Belgischen Bütgenbach setzt sie Anfang Mai dem Ganzen die Krone auf: Im Mehrkampf (Sprung, Geradeturnen, Spiraleturnen) erreicht sie einen nie erwarteten 3. Platz und auch im Sprungfinale, der Disziplin, die sie eigentlich erst im vorhergegangenen Jahr erlernt hatte, wird sie sensationell Dritte. Dabei bringt sie die Fachwelt ins Staunen mit einem blitzsauberen Salto rückwärts, einen Sprung an den sich bis dahin kaum jemand gewagt hatte! Auch der Rest der Truppe sorgt für gute Stimmung bei den Trainern: Kathi Herr, Maren Hämmerling und Marie-Aline Maltizki belegen vordere Plätze bei den Bayerischen und Süddeutschen Meisterschaften und qualifizieren sich für die Deutschen Meisterschaften im Rahmen des Deutschen Turnfests. Dominique Walz erreicht vordere Plätze in der Aktivenklasse. Apropos Deutsches Turnfest: Wieder einmal lädt Berlin zu größten nationalen Sportfest ein und eine Woche lang herrscht Ausnahmezustand in der Hauptstadt. Ein unvergessliches Erlebnis für alle, die dabei waren.Im September richtet die TGW wieder einmal die Süddeutschen Mannschaftsmeisterschaften aus und tritt mit einer eigenen Mannschaft an. Doch „die Luft ist raus“ fürs erste.

2004

In Würzburg findet das „Festival des Sports“ statt und die Rhönradabteilung der TGW wird mit der Organisation einer großen Sportgala betraut. Die Abteilungsleitung, die Übungsleiter, Eltern und Aktiven nehmen die Herausforderung an und stürzen sich in monatelange Vorbereitungen. Am 23. Juli begeistert eine hochkarätig besetzte, abendfüllende Sportshow in der „S. Oliver Arena“ das Würzburger Publikum. Auch aus dem Wettkampfbetrieb ist erfreuliches zu melden: Isabell Gramß und Kathi Herr haben sich durch gute Platzierungen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in den Nationalkader geturnt und haben die Chance an den Qualifikationswettkämpfen zu den Weltmeisterschaften 2005 in Belgien teilzunehmen. Doch um hier antreten zu können, müssen die beiden jungen TGWlerinnen eine große Hürde nehmen: Sie müssen mit dem Sprung über das Rhönrad eine völlig neue Disziplin erlernen. Doch die beiden, vor allem Isabell, entpuppen sich geradezu als Naturtalente....

2003

Die Rhönradabteilung der TG Würzburg feiert ihr 75jähriges Bestehen. Und auch dieses Jubiläum wird mit der Ausrichtung der Süddeutschen Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften gebührend gefeiert. Zwar gehört die TGW-Mannschaft in diesem Jahr nicht zum Kreis der Favoriten, aber Dominique Walz, Linda Eitelwein, Isabell Gramß und Maren Hämmerling werden den Verein würdig vertreten. Und auch in der Einzelkonkurrenz geht mit Dominique Walz eine TGW-Turnerin an den Start. Wie aber wird die Abteilung die Herausforderungen der Zukunft meistern? Die TGW hat eine starke Nachwuchsgruppe im Jugendbereich an die Leistungsspitze herangeführt und nun ist es an den Jugendlichen, ihre Talente auszubauen. Doch die Anforderungen auf nationaler und internationaler Ebene steigen und um Schritt halten zu können, ist höchster Einsatz gefragt. Auch das Trainerteam muss bei hoher beruflicher Belastung immer mehr Zeit investieren. Problematisch erscheint vor allem die finanzielle Zukunft des Vereins, da der Einsatz der Trainer und Übungsleiter immer weniger gefördert wird. Auf nationaler Ebene steckt das Rhönradturnen ebenfalls in der Krise: Das Technische Komitee besteht derzeit aus nur zwei kommissarischen Vertretern, die die Geschicke der Sportart nach Kräften leiten, da der DTB nur geringe Anstrengungen unternimmt, die Misere zu beheben. Doch dies ist nicht die erste schwierige Situation, die die Rhönradturner der TGW meistern mussten und auch das Rhönradturnen hat in der langen Zeit nichts von seiner Faszination und Attraktivität verloren.

2002

Die konsequente Nachwuchsarbeit der TGW zahlt sich aus: Auf  bayerischer Ebene dominiert die TGW die diesjährigen Meisterschaften in der Jugendklasse mit Linda Eitelwein als Bayerischer Jugendmeisterin und auch in der Schülerklasse, wo die ersten drei Plätze an Kathi Herr, Franziska Ziegler und Isabelle Winkler gehen. Auch beim Deutschen Turnfest in Leipzig gehen die jungen Würzburgerinnen nicht chancenlos an den Start, doch da versagen ein wenig die Nerven. Immerhin kann die TGW mit Maren Hämmerling im Pokalwettkampf der Schülerinnen eine Turnfestsiegerin in Leipzig stellen.

2001

Mit Linda Eitelwein, Bayerische Vizejugendmeisterin dieses Jahres, ist seit langem wieder eine TGW-Turnerin im Nationalkader. Den Sprung unter die besten sechs Jugendturnerinnen, der zur WM-Teilnahme berechtigt hätte, schafft sie jedoch nicht.

2000

Das Rhönrad wird 75 Jahre alt und die TGW feiert dieses Ereignis mit der Ausrichtung der 47. Bayerischen Meisterschaften. Außerdem lädt die TGW erstmalig, drei Mannschaften aus dem europäischen Ausland ein, sich beim Ersten Internationalen Teamcup mit den besten bayerischen Turnern und Turnerinnen zu messen. Der Einladung folgen Mannschaften aus Norwegen, der Schweiz und ein international besetztes Team Europa. Auch zwei Aktive der TGW haben den Sprung in die bayerische Auswahlmannschaft geschafft: Andreas Brauner und Linda Eitelwein tragen zum überraschenden Sieg der bayerischen Mannschaft bei. Dieser Wettkampf dient als Modell für weitere internationale Mannschaftswettkämpfe in Deutschland in den folgenden Jahren. Natürlich nehmen auch die „Ehemaligen“ dieses Ereignis gerne wahr, um sich in Würzburg wieder zutreffen.

1998

München lädt die Turner wieder zum größten Breitensportfest der Welt, dem Deutschen Turnfest, ein - und natürlich folgen die TGWler begeistert dem Turnfestmotto "Wir sind dabei!". Die Rhönradturner entscheiden sich trotz der Widerstände im eigenen Lager nun endgültig dazu, ihr Wettkampfprogramm auch auf nationaler Ebene attraktiver und publikumswirksamer zu gestalten: Das Geradeturnen auf Musik wird fester Bestandteil des Wettkampfprogramms der Aktiven. Claudia Geyer nutzt diese Chance, um nach einem Jahr Pause noch einmal ins Wettkampfgeschehen einzugreifen und zeigt, dass sie noch nichts verlernt hat: Mit einem 3. Platz im Mehrkampf meldet sie sich eindrucksvoll in der deutschen Spitze zurück und krönt ihr Abschneiden beim Turnfest in den Finals: Sie gewinnt den Titel im Spiraleturnen und wird mit der "Rhapsody in blue" erste Deutsche Meisterin im Geradeturnen mit Musik! Doch 1998 hält noch weitere Großereignisse bereit: Die TGW feiert ihr 150jähriges Bestehen und die Rhönradabteilung wird 70 Jahre jung. Grund genug für die rührige Abteilungsleitung, diesem Jubiläum mit einer großen Rhönradgala einen würdigen Rahmen zu geben. Die Rhönradabteilung der TGW freut sich darauf, möglichst viele alte und junge Freunde des Rhönradturnens zu einer eindrucksvollen Demonstration dieser Sportart in der Vereinshalle begrüßen zu dürfen.

1997

Dieses Jahr steht ganz im Zeichen der 2. Weltmeisterschaften im belgischen Antwerpen. Erstmals zeigen die Rhönradturner ihre Geradeübungen nach Musik. Das Internationale Technische Komitee führt mit seinen neuen Wertungsvorschriften die Rhönradbewegung in eine völlig neue Richtung: Nicht mehr nur die reine "akrobatische" Leistung zählt, sondern vielmehr die Kreativität, Musikalität und Ausdrucksfähigkeit der Aktiven. Und Claudia Geyer beweist, dass sie auch auf diesen Gebieten Weltspitze ist. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Finale wird sie, mit ihrer mitreißenden Interpretation der "Rhapsody in blue" von George Gershwin, Weltmeisterin im Geradeturnen. Die erste, die die TGW jemals hatte. Mit einem offiziellen Empfang zu Ehren ihrer Spitzenturnerin feiert die TGW ihre Ausnahmesportlerin. Und auch ein Sponsor findet sich, der Claudia finanziell unterstützt. Nach soviel Nervenanspannung und Aufregung gönnt sich Claudia eine Wettkampfpause und verzichtet auf die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften.

1996

Endlich wieder gute Neuigkeiten vom TGW-Nachwuchs: Völlig überraschend wird Teresa Buchen Süddeutsche Schülermeisterin. Ein 9. Platz bei den Deutschen Meisterschaften vervollständigt ihre guten Wettkampfleistungen. Und auch auf Claudia Geyer ist wieder Verlass: Im Oktober verteidigt sie in einem spannenden Wettkampf ihren Deutschen Meistertitel im Mehrkampf. Im Dezember findet eine "verlorene Tochter" den Weg zurück ins Rhönrad: 8 Jahre, nachdem sie ihre aktive Laufbahn beendet hat, steigt Monika Giegerich gemeinsam mit Claudia Geyer nochmal ins Rhönrad, um bei den Paarturnmeisterschaften in Kaltenkirchen anzutreten. Und ein überzeugenderes Comeback kann man sich wohl kaum vorstellen: Auf Anhieb werden die beiden Deutsche Meister in der Partnerspirale! Auch Dominique Walz und Marina Stengel bleiben diese Meisterschaften in guter Erinnerung: In der Jugendklasse können die beiden den Vizemeistertitel mit nach Würzburg nehmen. Nach 16 Jahren Amtszeit gibt Brigitte Brauner - schweren Herzens - den Posten der Bundesjugendfachwartin im DTB ab. Außerdem erhält sie als besondere Auszeichnung für ihr sportliches Engagement die "Bronzene Athene" von der Stadt Würzburg.

1995

Das Rhönradturnen schafft auf internationaler Ebene endlich den Durchbruch: Mit der Gründung eines anerkannten Internationalen Rhönradturnverbands gelingt es den Verantwortlichen, das Rhönradturnen auf eine solide Basis zu stellen. Die bisher ausgetragenen Europameisterschaften werden durch Weltmeisterschaften ersetzt, die im 2-Jahres-Rhythmus ausgetragen werden. Im niederländischen Denhelder finden die ersten Weltmeisterschaften statt und Claudia Geyer wird im Spiraleturnen Vizeweltmeisterin. Überhaupt gelingt der Würzburgerin in diesem Jahr nahezu alles: Nach dem Gewinn der bayerischen und süddeutschen Meisterschaft wird sie im Oktober schließlich Deutsche Meisterin und untermauert mit einem weiteren Sieg im Spiralefinale und dem 2. Platz im Geradefinale ihre absolute Spitzenstellung. Im Partnerturnen gewinnt sie zusammen mit Günter Fischer einen weiteren Meistertitel: Die beiden werden Deutsche Meister in der Partnerspirale. Die hervorragenden Wettkampfbedingungen in der TGW-Halle sprechen sich in Rhönradkreisen schnell herum: Im September ist das TGW-Sportzentrum erneut Austragungsort der Süddeutschen Meisterschaften. Einziger "Wermutstropfen": Zum ersten Mal in der Abteilungsgeschichte kann die TGW keine Damenmannschaft mehr stellen!

1994

Vom 15.-22. Mai versammelt sich die große "Turnerfamilie", in Hamburg, um wieder einmal das Deutsche Turnfest zu feiern. Und natürlich dürfen auch die TGW-Rhönradturner dabei nicht fehlen. Und wie immer ist das Turnfest ein einmaliges Erlebnis: Claudia Geyer erreicht im Mehrkampf sowie dem Geradefinale den dritten Platz. Im Spiraleturnen wird sie gar Deutsche Meisterin. Rainer Brauner gelingt bei seiner letzten Deutschen Meisterschaft ein 5. Platz im Mehrkampf und dem Geradefinale. In seiner Paradedisziplin, dem Spiraleturnen, erreicht er noch einmal den Gewinn der Deutschen Vizemeisterschaft. Andreas Brauner wird Turnfestsieger in der L6 und Clemens Brotzeller erreicht in der L7 den 2. Platz. Schon wenige Wochen später gehen Claudia und Rainer bei den Europameisterschaften an den Start. Während Claudia unglücklich im Halbfinale ausscheidet, gelingt Rainer der Sprung ins Spiralefinale, wo er seine aktive Laufbahn mit einem tollen 5. Platz beendet. Im September ist die TGW Ausrichter der Süddeutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaften, doch die TGW-Damen (Claudia Geyer, Petra Ney, Tanja Neukirch und Kerstin Müller) scheitern knapp an der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Brigitte Faber wird von der Stadt Würzburg als vorbildliche Sportlerin des Jahres geehrt und erhält dafür die „Bronzene Athene“. Brigitte Brauner übernimmt von Rudi Beck den Posten des Bayerischen Landesfachwarts im Bayerischen Turnverband für den Fachbereich Rhönradturnen. Rudi Beck war 22 Jahre im Amt.

1993

Ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr für die TGW-Rhönrad­abteilung. Bei den 2. Deutschen Paarturnmeisterschaften belegen Sandra Neukirch und Sabine Schäfer in der Jugendklasse den 2. Platz.Claudia Geyer und Monika Väthbrückner (Aschaffenburg-Leider) werden Vizemeister bei den Aktiven. Bei den Europameisterschaften im Juli in Marmande/ Frankreich wird Claudia Geyer Europameisterin im Geradeturnen und schafft damit den größten Erfolg in der Abteilungsgeschichte. Anläßlich des 65jährigen Bestehens richtet die Rhönradabteilung eine große Sportgala aus, auf der sie das ganze Spektrum ihrer Leistungsfähigkeit in der Spitzen- und Breitenarbeit darstellt, um dem Würzburger Publikum und den Rhönradfreunden aus ganz Deutsch­land einmal mehr die Faszination dieser Sportart nahezu­bringen. Und endlich können die Rhönradturner ihre Top-Ereignisse wieder in der vereinseigenen Halle durchführen, die bei der Rhönradgala ihre "Feuertaufe" zu bestehen hat.

1992

Dieses Jahr bringt einschneidende Veränderungen für die gesamte TGW: Das neue Sportzentrum in der Feggrube wird fertiggestellt und für den allgemeinen Trainingsbetrieb freigegeben. Im April, noch vor der offiziellen Einweihung, sind die Rhönradturner die ersten aller TGW-Abteilungen, die dem ungeliebten Parkett in der Schieß­hausstraße den Rücken kehren und sich nach einem freierlichen Umzug in der neuen Trainingshalle einquartieren. Der Kampf um einen idealen Wettkampfboden, bei dem es zwischen Vereinsführung und Rhönradabteilung oft hart auf hart ging, hat sich gelohnt: Nun kann der Trainingsbetrieb endlich unter optimalen Bedingungen stattfinden! Erstmalig dürfen die seit 1990 ausgetragenen internationalen Wett­kämpfe als Europameisterschaften in Liestal/Schweiz stattfinden. Bei den Jugendturnerinnen nehmen Petra Ney sowie Sandra und Tanja Neukirch daran teil, können sich aber nicht für die Finals qualifizieren. Auch Claudia Geyer scheitert im Halbfinale, während Rainer Brauner das Finale im Spiraleturnen erreicht. Neue Wettkampfformen bereichern das Meisterschaftsprogramm der Rhönradturner: Bei den 1. Deutschen Paarturnmeisterschaften in Bensberg gehen auch die Aktiven der TGW an den Start.

1991

Tanja Neukirch wird Deutsche Vizemeisterin bei den Schülerinnen. Im November erliegt Otto Faber nach langer Krankheit im Alter von 70 Jahren einem schweren Leiden. Die Rhönradturner in Würzburg und ganz Deutschland trauern um einen Mann der ersten Stunde, der seine ganze Schaffenskraft in den Dienst des Rhönradturnens gestellt hat.

1990

Erstmalig findet in Taunusstein ein Europa-Cup im Rhönradturnen statt mit Teilnehmern aus 8 verschiedenen Ländern. Und auch Würzburger Rhönradturner sind mit von der Partie: Claudia Geyer scheitert knapp in den Vorkämpfen, während Rainer Brauner den Sprung ins Spirale-Finale schafft.

1988

Im Mai wird Brigitte Faber zur Beauftragten für Kampfrichter­wesen für Rhönradturnen im DTB gewählt. Vor allem der Erneuerung von Rhönradturnsprache und Wertungsbestimmungen gilt ihr Augenmerk. Hauptereignis dieses Jahres aber ist die Ausrichtung der Deutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaften anläßlich des 60jährigen Bestehens der Rhönradabteilung der TGW. Auch dieses Mal kann die Veranstaltung nicht in der Vereinsturnhalle durchgeführt werden, sondern im Sportzenturm der Uni Würzburg. Die Leistungen entsprechen nicht ganz den Erwartungen: Zu groß war der Druck auf die Aktiven. Zu den Festlichkeiten nach den Wettkämpfen treffen sich wieder alle Rhönradfreunde in der TGW, wo bis in die Morgenstunden gefeiert wird. Ende des Jahres findet ein Führungswechsel in der Abteilungs­leitung statt: Nach 37 Jahren legt Otto Faber, der inzwischen schwer erkrankt ist, sein Amt nieder und Brigitte Brauner wird seine Nachfolgerin. Wohl wenige können ermessen, wieviel Otto Faber in diesen Jahren, ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit für den Rhönradsport geleistet hat.

1987

Besonders gute Erinnerungen haben die TGWler an das Deutsche Turn­fest in Berlin: Nach 10 Jahren gelingt es Claudia Geyer wieder als Deutsche Jugendmeisterin einen Einzeltitel nach Würzburg zu holen. Auch der zweite Platz bei den DVMM durch Claudia Geyer, Iris Schmieder, Monika Giegerich, Tina Philipp und Heike Demmel zeigt, daß die TGW wieder eine Spitzentruppe hat.Claudia Geyer, Monika Giegerich und Tina Philipp werden ebenfalls in die DTB-Schauturngruppe berufen.

1985

Der Aufwärtstrend in der Rhönradabteilung ist unverkennbar: Bei den Deutschen Vereinsmannschaftsmeisterschaften schaffen sowohl die Frauen (Claudia Geyer, Monika Giegerich, Iris Schmieder, Renate Giegerich) als auch die Männer (Edgar Brauner, Rainer Brauner, Klaus Kubo, Günter Fischer/ASV Rimpar) den zweiten Platz hinter den dominierenden Hessen.

1984

Klaus Kubo wird Deutscher Vizejugendmeister und wird, zusammen mit seinen Vereinskameraden Rainer Brauner und Renate Giegerich in die DTB Schauturngruppe berufen, wo sie durch Vorführungen im In- und Ausland dazu beitragen, das Rhönrad­turnen unter einem ganz neuen Aspekt darzustellen: Rhönradturnen als Show, in der Musik, Bewegung und Showeffekte, zu  einer faszinierenden Choreographie verbunden, die Zuschauer begeistern.

1980

Brigitte Brauner wird zur Bundesjugendfachwartin im Rhönradturnen gewählt und gehört damit dem obersten Entscheidungsgremium unserer Sportart an. Ein wichtiger Schritt für die TGW, denn damit ist ein wichtiger Zusammenhang zum aktuellen Rhönradgeschehen auf Funktionärsebene gegeben. Brigitte Faber übernimmt nach einem Auslandsaufenthalt die Trainingsarbeit in die Hand und sorgt dafür, daß die reichlich vorhandenen Talente optimal gefördert werden und sich in Bayern ganz an die Spitze turnen. Der Gewinn des zweiten Platzes bei den Deutschen Vereinsmannschaftsmeister­schaften der Frauen (Brigitte Hartl, Barbara Endres , Eva Dünninger, Monika Zorn) untermauert diese Spitzenstellung.

1978

50 Jahre Rhönradturnen in der TGW sind der Anlaß für die Ausrichtung des 11. Deutschlandpokals im Rhönradturnen. Und alle Rhönradfreunde kommen gerne nach Würzburg, um mit der TGW dieses Jubiläum zu feiern. Leider kann man den Wettkampf nicht in der Vereinsturnhalle ausrichten, denn inzwischen ist der Parkettboden für offizielle Wettkämpfe nicht mehr zugelassen. Und so muß man in die Turnhalle des Friedrich-König-Gymnasiums ausweichen. Noch einmal können die Bayernmannschaften den Titel erringen, doch bereits auf den Deutschen Einzelmeisterschaften zeigt sich deutlich, welche Auswirkungen die Umstellung auf die beschichteten Rhönräder für die TGW bedeutet: Ideale Trainigsbedingungen im Rheinland, in Westfalen und vor allem in Hessen führen dort zu einer ungeahnten Leistungsexplosion, mit der die TGW-Nachwuchs­turner nicht mehr Schritt halten können. Dieter Wehrmann zieht sich aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen aus der Trainingsarbeit zurück und hinterläßt eine Lücke, die zunächst nicht geschlossen werden kann. Trotz allem können die Rhönrad­turner der TGW den Anschluß an die deutsche Spitze halten. Die absoluten Spitzenergebnisse aber gehen in den folgenden Jahren an die Aktiven aus anderen Landesturnverbänden.

1977

Zum dritten Mal steht Brigitte Faber ganz oben auf dem Treppchen. Doch dann soll es eine ganze Weile dauern, bis die TGW wieder eine Deutsche Einzelmeisterin zu feiern hat. Rosl Büttner, die gute Seele der Rhönradabteilung, erliegt einer heimtückischen Krankheit im Alter von nur 55 Jahren und auch Hans Wagner, der Mann der ersten Stunde nach dem Krieg, verstirbt über­raschend. Herbe Verluste für die Rhönradabteilung.

1976

Brigitte Faber wird in Bensberg zum zweiten Mal in Folge Deutsche Meisterin.

1975

Ein weiteres erfolgreiches Jahr für die TGW: Brigitte Faber wird Deutsche Meisterin und die Damenmannschaft der TGW (Eva Dünninger, Brigitte Faber, Renate Baierl, Heidi Brückner) verteidigt ihren Titel im Mannschaftswettkampf.

1974

Helmut Baierl wird in Berlin Deutscher Jugendmeister. Die Rhönradabteilung der TGW richtet im Oktober die Deutschen Vereinsmann­schaftsmeisterschaften in der TGW-Halle aus. Kuriosum am Rande: Die Wettkämpfer können wählen, ob sie auf Diele oder Parkett turnen wollen - und fast alle wählen die gute alte Diele, was einmal mehr zeigt, wie ungeeignet das Parkett für das Spirale­turnen ist. Die TGW-Damen nutzen ihren Heimvorteil und erringen in der Besetzung Ingetraut Eichwald, Heidi Brückner, Brigitte Brauner und Brigitte Faber den Titel.

1973

Eine wichtige Entscheidung, deren Auswirkungen für die Rhönradab­teilung wohl in diesem Augenblick noch keiner abschätzen kann, fällt im Bundesfachausschuß Rhönradturnen: Die Rhönräder werden in Zukunft mit einer PVC-Beschichtung versehen, wodurch das Spirale­turnen auf jedem Hallenboden ermöglicht wird. Die "gute alte Diele" hat ausgedient und in diesem Sommer wird das Rhönradtrai­ning zum letzten Mal auf unserem "Plätzle" am Main durchgeführt. Im Winter dann werden in mühsamer Kleinarbeit die Rhönräder abgeschliffen, von der Farbe befreit und mit weißem PVC-Schlauch beklebt. Eine Sysiphus-Arbeit für Otto Faber und seine Turner. Was für das Rhönradturnen insgesamt ein Riesenfortschritt sein wird, ist für die TGW-Rhönradturner ein schwerwiegender Nachteil: In der TGW-Halle erwartet die Aktiven ein rutschiger Parkettboden, der besonders den Anfängern das Erlernen der Spirale schwer macht. Noch schlimmer aber ist der Kampf um die Trainingszeiten, denn außer an den Wochenenden, haben die Rhönradturner kaum eine Chance in der großen Halle zu trainieren. Doch noch wirken sich diese Nachteile nicht unmittelbar aus: Eine starke "Nachwuchstruppe" hat sich gebildet, die sich relativ problemlos auf die beschichteten Räder umstellen und nahtlos die Erfolge der 60ger Jahre weiter­führen können. Und noch etwas gibt dem Training in der TGW neuen Schwung: Dieter Wehrmann, selbst erfolgreicher TGW-Turner, ist bereit das Training der Jugend und Aktiven zu übernehmen und gibt wichtige Impulse für die Leistungsentwicklung in der Jugendarbeit. So ist es nicht erstaunlich, daß die TGW-Jugend in diesem Jahr durchBrigitte Faber (Jugendturnerinnen) und Renate Baierl (Schüler­innen) wieder zwei Titel erringen kann.

1972

Ein schwerer Schlag trifft die TGW-Rhönradabteilung: Plötzlich und völlig unerwartet stirbt Alfred Weimer im Alter von 61 Jahren. Die TGW-Rhönradabteilung muß ohne ihren "Manager" und seine unermüd­liche Schaffenskraft auskommen. Und das in einem Moment, wo die "Altmeister" der 60ger Jahre sich zurückziehen und die starke Nachwuchstruppe noch nicht auf eigenen Beinen stehen kann. Otto Faber muß nun außer der Trainingsarbeit auch noch das Abteilungs­management übernehmen, da keiner von den so erfolgreichen Aktiven in die Abteilungsleitung einsteigen kann oder will.

1971

Hannelore Pauthner als Deutsche Jugendmeisterin und Renate Vey als Deutsche Schülermeisterin zeigen, daß der TGW-Nachwuchs stark im Kommen ist.

1970

Die TGW-Rhönradturner Anneliese Faber und Manfred Roth, amtie­renden die Titel­träger bei den Damen und Herren, nehmen an einer Traumreise des Deutschen Turnerbunds durch Südamerika teil, wo sie mit Rhönrad­vorführungen das Publikum begeistern. Anneliese Faberbeendet ihre Karriere mit ihrem sechsten Titel­gewinn.

1969

Anneliese Faber, bei den Turnerinnen, und Manfred Roth bei den Turnern holen zwei weitere Deutsche Meistertitel nach Würzburg.

1968

Ein weiterer Titel für Anneliese Faber beim Deutschen Turnfest in Berlin.

1967

Die TGW richtet die Deutschen Meisterschaften aus, die gekenn­zeich­net sind vom harten Konkurrenzkampf zwischen den Aktiven aus Würzburg und Rimpar. Drei Titel gehen nach Rimpar und nur Anneliese Faber verteidigt ihre Meisterschaft erfolgreich.  Belohnt werden ihre außergewöhnlichen Leistungen durch eine Einladung des japanischen Fernsehens, wo sie in diesem Jahr das Rhönradturnen auch im Land der aufgehenden Sonne bekannt macht.

1965

In diesem Jahr holt sich Anneliese Faber ihren ersten Titel bei den Jugendturnerinnen. Von diesem Zeitpunkt an kann keine andere Turnerin mehr mit ihren Leistungen mithalten. Zwischen 1965 und 1970 wird sie einmal Jugendmeisterin und fünf(!!!) mal Meisterin bei den Frauen. Damit ist sie die erfolgreichste Turnerin, die die TGW je hatte.

1964

Schon lange hatten sich Alfred Weimer und Otto Faber Gedanken über einen idealen Sommertrainingsplatz gemacht, denn das Studentenhaus konnte keine dauerhafte Lösung sein. So wurde der Rollschuhplatz in herrlicher Lage am Fuß der Festung auserkoren und in mühevoller Arbeit zu einem wirklichen "Schmuckstück" hergerichtet. Otto Faber und Richart Thamm, zusammen mit den Jugendlichen der Turn- und Rhönradabteilung, verbrachten unzählige Stunden damit, das Gelände in einen idealen Trainingsplatz mit einem Vereinsheim speziell für die Jugend zu verwandeln. Damit hatten die Rhönradturner - zumindest in den Sommermonaten - nahezu unbegrenzte Trainings­möglichkeiten. So es war kein Zufall, daß die 60ger und 70ger Jahre die erfolgreichsten überhaupt in der Abteilungsgeschichte werden sollten. In diesem Jahr wirdHermann Ebert Deutscher Meister.

1962

Bei den 2. Deutschen Meisterschaften in Berlin erringen die TGW-Rhönradturner 3 Titel durch Norbert Dill (Turner), Hermann Ebert(Jugendturner) und Eva Ebert (Turnerinnen)

1961

Der TGW wird die Austragung der ersten Deutschen Meisterschaf­ten im Mannschaftsmehrkampf übertragen. Die hervorragenden Wettkämpfe in der TGW-Halle zeigen einmal mehr die Überlegenheit der TGW-Aktiven, die in der Besetzung Norbert Dill, Hermann Ebert, Marianne Bemmerlund Uschi Budde überlegen den Titel gewinnen.

1960

Die ersten Deutschen Meisterschaften nach dem Krieg in Hannover zeigen die Überlegenheit der bayerischen und berliner Rhönrad­turner. Die TGW kann durch Norbert Dill (Turner) und Hermann Ebert (Jugendturner) zwei Titel an den Main holen.

1959

Das Rhönradturnen wird dem DTB angegliedert und damit ist der Weg bereitet zu noch größerer Popularität und Anerkennung dieser Sportart in Deutschland. Genau in diesem Jahr, wo sich das Rhönradturnen auf nationaler Ebene durchsetzt, stirbt Otto Feick in Schönau a.d. Brendt. Am 17.10. 1959 tragen ihn Otto Faber, Norbert Dill (TGW) sowie Rudi Beck (ASV Rimpar) und Edi Sers (Post SV Nürnberg) zu Grabe.

1957

Der Neubau der TGW-Halle in der Schießhausstraße kann abgeschlos­sen werden und die TGW-Rhönradturner beziehen ihr "Winterquartier" in der Halle 3. Diese für die damalige Zeit ideale Trainingsmög­llichkeit erlaubt ein ganzjähriges Training (viele Vereine konnten mangels geeigneter Trainingshallen nur die Sommersaison nutzen) und ist die erste Voraussetzung für den Leistungsaufschwung in den 60ger Jahren. Keiner konnte damals ahnen, daß der Trainings­betrieb 35 Jahre lang, nämlich bis 1992(!!!) in dieser Halle stattfinden würde.

1954/1955

Die Mannschaftswettkämpfe zwischen Bayern und Berlin im Rhönrad­turnen bilden die Höhepunkte des sportlichen Geschehens. Die Leistungsträger von der TGW dürfen natürlich in der Bayernmann­schaft nicht fehlen. Da die TGW-Halle in der Schießhausstraße im Neubau befindlich ist, wird der Trainingsbetrieb im Sommer in den Hof des Studentenhauses verlegt. Eine wesentliche Veränderung ergibt sich in der Abteilungsleitung, als Alfred Weimer 1955 zum Bayerischen Landesfachwart gewählt wird und die Abteilungsleitung an Otto Faber abgibt. Die TGW-Rhönrad­turner werden nun noch stärker auf Lehrgängen und Schauveranstal­tungen in Bayern und ganz Deutschland eingesetzt, was sich positiv auf das Leistungsniveau auswirkt. Der inzwischen erkrankte und verarmte Erfinder des Rhönradturnens, Otto Feick, wird durch eine beispielhafte Spendenaktion unter­stützt, an der sich auch maßgeblich die Turner und Turnerinnen der TGW beteiligen.

1951

Otto Faber, bereits vor dem Krieg in der TGW-Rhönradabteilung aktiv dabei, übernimmt nicht nur die Trainingsarbeit, sondern kümmert sich auch mit viel Geschick um die Verbesserung der Trainingsbedingungen. Der Trainingsbetrieb findet zunächst auf dem noch unbebauten Vereinsgelände in der Schießhausstraße statt. Im Winter bietet der geräumige Keller des Sanderauer Hallenbads Platz für die eifrigen Rhönradturner. Die Rhönräder werden zunächst noch in Eigenpro­duktion von Otto Faber zusammen mit den Aktiven der Rhönradab­teilung hergestellt ebenso wie die für die unbeschichteten Räder unentbehrliche Holzdiele. Das "Tandem" Otto Faber und Alfred Weimer ergänzt sich in idealer Weise: Alfred Weimer ist der glänzende Organisator, der im Hinter­grund die Fäden zieht und die Abteilung nach außen vertritt, Otto Faber ist der Mann der Praxis, der den Trainingsbetrieb voran ­treibt und es versteht, die Jugend zu begeistern. Und dann entsteht da auch noch in Rimpar, direkt vor der "Haustür" der TGW, eine ehrgeizige und leistungsstarke Rhönradabteilung unter der Leitung von Rudi Beck, die den TGWlern ernsthafte Konkurrenz macht und sie zu Höchstleistungen anspornt: Eine günstigere Konstellation für einen steilen Leistungsanstieg kann man sich kaum vorstellen.

1948

Hans Wagner, Gründungsmitglied der RSGW, nimmt den Neuaufbau der Rhönradbewegung in Würzburg in Angriff und gründet eine Rhönrad­riege beim FV Würzburg 04, die aber geschlossen zur TGW wechselt, als dort am 25. Mai der Übungsbetrieb wieder aufgenommen wird. Alfred Weimer, übernimmt wieder die Abteilungsgeschäfte bei der TGW und treibt den Neuaufbau voran. Unermüdlich setzt er sich dafür ein, daß neue Geräte angeschafft werden, geeignete Übungs­zeiten und -stätten gefunden werden und durch Lehrgänge der Leistungsstand der Aktiven ständig verbessert wird.

1939 - 1945

Der zweite Weltkrieg bringt die aufstrebende Rhönradbewegung völlig zum Erliegen. Und - was sich in den Nachkriegsjahren als eines der größten Handicaps erweisen sollte - das Rhönradturnen hat seinen Ruf als "Nazisportart" abbekommen.

1936

Würzburg ist der Austragungsort der Ersten Deutschen Rhönrad­spiele, bei denen über 50 Teilnehmer allein aus Würzburg kommen. Und wieder sind die TGW-Spitzenturner ganz vorne dabei: Bei den Damen siegt Lore Lang, bei den Herren Hubert Vay.

1934

Alfred Weimer übernimmt die Abteilungsleitung der jungen TGW-Rhönradabteilung und trägt durch seinen Einsatz zum stetigen Aufstieg der Sportart in Würzburg und Umgebung bei. Die Mitglie­der­zahl der Rhönradabteilung steigt auf 150 Rhönradturner an.

1930

In Bad Kissingen findet das erste Internationale Rhönradturnier statt. Und wieder sind es die TGW-Turner, die sich vor der Konkurrenz aus dem In- und Ausland durchsetzen: Fini Weimer siegt im Wettkampf der Turnerinnen ebenso überlegen wie Josef Brand bei den Turnern.

1928

Nachdem das Rhönrad bereits im allgemeinen Turnbetrieb der TGW vorgestellt und integriert worden war, bildet sich ein Kern von echten "Rhönradpionieren" heraus, die sich mit großem Erfolg ganz dieser Sportart widmen und schließlich 1928 unter der Leitung von Felix Gärtner eine eigene Rhönradabteilung innerhalb der TGW gründen. In den folgenden Jahren erfährt das Rhönradturnen in Deutschland einen regelrechten "Boom" und die TGW-Turner und Turnerinnen gehören zu den Leistungsträgern der jungen Rhönradbewegung. Von Otto Feick in seine berühmte "Musterriege" berufen, bereisen sie ganz Deutschland und die halbe Welt, um das Rhönradturnen zu verbreiten. Die TGW-Turnerinnen Betty Herbert, Fini Weimer, Hanni Heim und Leni Klarmann gehören genauso zu dieser Riege wie ihre Vereinskameraden Michael Steidle undJoseph Brand. Das Rhönrad­turnen ist - nicht zuletzt dank der TGW-Stars - auf dem besten Weg, international anerkannt zu werden.

1926

Gründung der RSGW (Rhönrad-Sport-Gesellschaft Würzburg). Auch Turner und Turnerinnen der TGW bilden den Kern dieses Vereins, der seine Aufgabe darin sieht, Kräfte auszubilden, die als "Instruk­toren" im In- und Ausland tätig werden sollen. Die RSGW bietet dem begeisterten Würzburger Publikum bereits 1929 eine abendfüllende Rhönrad-Gala und ist damit ihrer Zeit weit voraus.

1925

Otto Feick meldet das Rhönrad als neues Gerät für Turnen, Gymnastik und Sport als Patent an. Es folgt ein kometenhafter Aufstieg der neuen Sportart in Deutschland und auch das Ausland zeigt sich begeistert. Der Erfinder des Rhönrads stellt das neue Sportgerät auch in Würzburg vor und findet begeisterten Zuspruch.