Jodô

Jodô ist der Kampf des Stocks gegen das Schwert. Dabei handelt es sich um eine Samurai-Kunst aus der frühen Tokugawa-Zeit. Der Jo soll zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden sein, als die beiden berühmten Schwertkämpfer Miyamoto Musashi (1584–1645) und Musô Gonnosuke im Duell gegeneinander antraten. Nachdem Gonnosuke mit seinem Bô, dem langen Stab, von den beiden Schwertern Musashis besiegt worden war. entwickelte er einen 1,30m langer Stock aus schwerem Hartholz, nämlich den Jo. Die Verwandtschaft mit dem Schwert zeigt sich darin, daß man mit dem Jo weniger schlägt denn schneidet oder wirft; er ist quasi ein Schwert mit 360 Schneiden. In einem zweiten Kampf soll dann Gonnosuke mit seiner neuen Waffe Musashi besiegt haben. 

Aus dem Jojutsu wurde unter Shimizu Tagaki, dem Großmeister des Shindô Musô-Ryu, im 20. Jahrhundert das moderne Jodô geformt. Es kam in den Westen durch Donn F. Draeger (1926–1985) aus den USA, der sich als amerikanischer Offizier nach dem 2. Weltkrieg in Japan mit den Kampfkünsten befaßte, und durch Pascal Krieger aus der Schweiz. Die Überlegenheit des Jo gegen das Schwert liegt sowohl in seiner Länge (das Schwert ist nur ca. 105 cm lang) als auch in seinem sehr harten Material, der weißen Eiche, weshalb er sogar ein gutes japanisches Stahlschwert ruinieren kann. Jodô hilft die auch für die anderen Kampfkünste so wichtigen Dinge wie Schärfe, Präzision und richtige Distanz einzuüben. Wir sind an die Fédération européenne de Jodô, Hauptsitz Genf, angeschlossen.